Man sieht Einblicke von der Gremiumsarbeit und vor allem von der Raumsafari in der kreHtiv Geschäftststelle.

Gemeinsam Grundlagen legen: Die Gremiumsarbeit hinter der VITRINE Hannover

In den letzten Wochen ist in der kreHtiv-Geschäftsstelle schon wieder einiges passiert. Wir dürfen in diesem Jahr ein neues Projekt umsetzen, das uns sehr am Herzen liegt: die VITRINE Hannover.

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir euch mal ganz genau davon erzählen! Vorher müssen aber erst einige Grundsteine für unsere Arbeit gelegt werden. Genau dafür haben wir uns in den vergangenen Wochen zweimal mit unserem Projekt-Gremium getroffen. Gemeinsam sind wir in der Geschäftsstelle mit einer „kreHtiven Raumsafari“ gestartet und anschließend in verschiedenen Arbeitsphasen tiefer in die inhaltliche Ausgestaltung des Projekts eingestiegen.

Aber mal von vorne: Worum geht es eigentlich bei der VITRINE Hannover?

Die Idee hinter der VITRINE

Die VITRINE Hannover wird eine temporäre Store- und Ausprobierfläche für migrantische Gründer*innen. Für einen begrenzten Zeitraum – aktuell geplant von Juli bis Oktober 2026 – verwandeln wir eine Fläche in der Stadt in einen Raum für neue Ideen, Produkte und Dienstleistungen.
Hier können Gründer*innen ihre Angebote einer breiten Öffentlichkeit präsentieren, erste Kund*innen gewinnen und wertvolles Feedback sammeln. Dabei verstehen wir die VITRINE bewusst nicht nur als klassischen Pop-up-Store. Vielmehr soll ein Experimentierraum für Vielfalt entstehen: ein Ort für Begegnung, Austausch und Lernen sowie eine Brücke in Netzwerke aus Wirtschaft, Gründungsförderung und Communities. Ob Produkt, Dienstleistung oder kreatives Angebot – in der VITRINE werden Geschäftsideen unter realen Bedingungen sichtbar. Mit überschaubarem Risiko, aber mit echter Öffentlichkeit.
Wir schaffen die Rahmenbedingungen, damit sich die Gründer*innen auf das konzentrieren können, was zählt: ihre Ideen und ihr Geschäftsmodell.

Mehr zum Projekt findet ihr hier

Warum wir ein Gremium gegründet haben

Das Projekt bewegt sich in einem sensiblen Themenfeld. Es geht um migrantisches Unternehmertum, Sichtbarkeit, Teilhabe und Zugang zu wirtschaftlichen Netzwerken – Themen, die gesellschaftlich relevant sind und angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Bewegungen gleichzeitig auch kritische Diskussionen auslösen können.

Uns war daher früh klar: Wir wollen für die VITRINE besonders stabile und transparente Grundlagen schaffen.

Gleichzeitig haben wir in der kreHtiv-Geschäftsstelle offen reflektiert, wo unsere eigenen Stärken – und auch unsere Grenzen – liegen.

Wir bringen viel Erfahrung mit in den Bereichen:

  • Organisation und Umsetzung von verschiedenen Formaten
  • Arbeit mit Gründer*innen aus der Kreativwirtschaft
  • Flächenorganisation und Store-Logistik
  • Kommunikation und Projektmanagement
  • Vernetzung verschiedener Akteur*innen

So konnten wir beispielsweise bereits mehrere Fashion Born in Hannover - Stores realisieren und verfügen über entsprechende Infrastruktur – von Präsentationsmöbeln bis zu Kassensystemen. Was uns jedoch fehlt, sind bestimmte Perspektiven und Expertisen, um das Projekt inhaltlich so sensibel und zielgruppengerecht umzusetzen, um dem Themenfeld gerecht zu werden. Deshalb verstehen wir unsere Rolle in diesem Projekt vor allem als Rahmengeber*in und Moderator*in. Für die inhaltliche Ausgestaltung holen wir gezielt Expertise von außen dazu.

Das VITRINE-Gremium

Aus diesem Grund haben wir ein Expert*innengremium zusammengestellt, das unterschiedliche Perspektiven aus Wirtschaft, Gründungsförderung und migrantischen Organisationen einbringt.

Gemeinsam arbeiten wir daran,

  • transparente Kriterien für die Teilnahme zu entwickeln
  • den Bewerbungs- und Auswahlprozess zu gestalten
  • mögliche Gründer*innen zu identifizieren
  • Netzwerke und Multiplikator*innen einzubinden
  • projektübergreifende, nachhaltige Synergien und Mehrwerte aufzubauen
  • und das Projekt später auch gemeinsam zu reflektieren und zu evaluieren.

Unser Ziel ist es, einen fairen, vielfältigen und qualiativ hochwertigen Prozess aufzusetzen, möglichst umfangreiche Unterstützung für Gründer*innen zu ermöglichen zu ermöglichen und das Projekt langfristig sinnvoll einzuordnen.

Zum Gremium gehören:

Mit diesem Team – und einem Teil des kreHtiv-Teams – sind wir also in die gemeinsame Arbeit gestartet.

Der erste Workshop: Perspektiven öffnen

Zum Auftakt haben wir uns zunächst einer grundlegenden Frage gewidmet:

An wen richtet sich die VITRINE eigentlich genau?

Gemeinsam haben wir über eine erste Arbeitsdefinition für die Zielgruppe des Projekts diskutiert. Wichtig war uns dabei, dass diese Definition:

  • möglichst einschließend statt ausschließend formuliert ist
  • für potenzielle Bewerber*innen nachvollziehbar ist
  • für Fördergeber*innen eindeutig ist
  • zum Charakter eines unternehmerischen Experimentierraums passt.

Anschließend ging es in eine kreative „Raumsafari“, bei der das Gremium verschiedene Perspektiven auf die zukünftige VITRINE entwickeln konnte. Dabei wurde das Gremium in drei Kleingruppen aufgeteilt, die individuell folgende drei Stationen durchlaufen haben:

Zurück in die Zukunft

In einer ersten Übung haben wir uns gedanklich ans Ende des Jahres 2026 versetzt. Die Aufgabe: Mithilfe der Methode „assoziatives Schrieben“ einen kurzen Tagebucheintrag schreiben und sich erinnern, wie sich ein Besuch in der VITRINE im vergangenen Sommer angefühlt hat. Was war zu sehen, wen hat man getroffen, was hat überrascht, was ist im Gedächtnis geblieben?

Diese assoziative Übung hat geholfen, ein gemeinsames Bild davon zu entwickeln, welche Atmosphäre und Wirkung die VITRINE später haben könnte.

Der VITRINE-Kompass

Hier ging es um grundlegende Anforderungen an das Projekt. Dafür haben wir gemeinsam einen „VITRINE-Kompass“ entwickelt und über vier zentrale Themenfelder diskutiert:

  • Werte: Welche Prinzipien sollen das Projekt prägen?
  • Wirkung: Welche Effekte möchten wir erreichen?
  • Qualitätsansprüche: Welche Anforderungen haben wir an Organisation und Inhalte?
  • Mehrwerte: Für wen soll das Projekt welchen Nutzen schaffen?

Die Teilnehmenden konnten aus verschiedenen Begriffen auswählen, priorisieren und diese auf dem Kompass verorten. Dadurch wurden gemeinsame Ankerpunkte sichtbar – aber auch Spannungen oder unterschiedliche Erwartungen.

Raum der Wünsche

Hier ging es ganz konkret um die zukünftige Store-Fläche. Das Gremium hat sich mit der Frage beschäftigt, was auf dieser Fläche alles passieren kann und wie sie gestaltet sein soll. Mit Collagen, Skizzen und Materialien entstanden viele Ideen rund um mögliche Nutzungen der VITRINE – auch mit einem erweiterten Rahmenprogramm: als Präsentationsfläche, Bühne, Treffpunkt oder Ort für Veranstaltungen und Austausch.

Perspektiven verdichten

Im Anschluss ging es im „kreHtiv-Rundlauf“ an konkrete Fragestellungen. Wir haben darüber diskutiert, welche Gründungsprojekte wir in der VITRINE sehen, welche Grenzen das Projekt bewusst setzen will, welche Formate das Rahmenprogramm ergänzen könnten und wie ein fairer Auswahlprozess gestaltet werden kann.

Dabei wurde deutlich: Die VITRINE soll nicht nur eine Verkaufsfläche sein, sondern ein Ort für Austausch, Netzwerk und Lernen.

Workshop zwei: Vom Konzept zum Prozess

Beim zweiten Treffen ging es dann darum, die vielen Ideen zu verdichten und in konkrete Strukturen zu übersetzen. Das Ziel: Die gemeinsame Vision in einen praktischen Bewerbungs- und Auswahlprozess übersetzen. Dafür haben wir ein mehrstufiges Bewerbungssystem vorgestellt, das wir im Vorfeld im kreHtiv-Team – auf Basis der ersten Workshop-Ergebnisse – vorbereitet hatten. Gemeinsam mit dem Gremium wurde dieses System diskutiert und hinterfragt – um im Anschluss optimiert und weiterentwickelt werden zu können.
Ein wichtiger Punkt in der Diskussion war die Rolle der Jury. Schnell wurde klar: Im Auswahlprozess soll vor allem verhindert werden, Menschen auszuschließen. Vielmehr ging es um die Frage, wie möglichst viele Gründer*innen in irgendeiner Form Unterstützung erhalten können – auch wenn sie am Ende vielleicht nicht aktiver Teil der Storefläche werden.

Weitere Fragen beschäftigten uns intensiv:

  • Welche Informationen brauchen wir von den Gründer*innen für eine faire Einschätzung?
  • Wie wichtig sind persönliche Hintergründe für die Auswahl?
  • Was bedeutet „erfolgreiche Teilnahme“ eigentlich für die einzelnen Gründungen?
  • Geht es stärker um einzelne Angebote – oder um den Aufbau eines langfristigen Netzwerks rund um die VITRINE?

Und wie geht es jetzt weiter?

Der Zeitplan war knapp, die To-Do-Liste lang. Viele Themen konnten wir klären, vorbereiten oder zumindest ein gutes Stück weiterdenken. Gleichzeitig sind wir ehrlich: Nicht alle Fragen konnten in diesen zwei intensiven Workshops abschließend beantwortet werden. Einige Punkte – etwa die genaue Organisation des Juryprozess oder die zeitliche Verzahnung von Flächensuche und Gründer*innenauswahl – werden wir in den kommenden Wochen weiter ausarbeiten.

Was wir auf jeden Fall gelernt haben: Solche Projekte lassen sich nicht komplett durchplanen. Es ist wichtig, weiterhin flexibel zu bleiben und gemeinsam weiterzudenken.
Deshalb nehmen wir euch auch weiterhin mit auf diesem Weg und geben regelmäßig Einblicke in unsere Arbeit, Entscheidungen und offenen Fragen rund um die VITRINE Hannover.

Fotos: Martin Ly

Du hast konkrete Fragen und möchtest mit uns ins Gespräch kommen? Du hast eine Idee, wie wir zusammenarbeiten können? Dann vereinbare hier ein Beratungsgespräch mit dem kreHtiv-Team. Schreib uns gerne schon einmal kurz, worum es geht und wir melden uns schnellstmöglich bei dir zurück.

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