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Welcome H|❤|ME Tourblog - Tag 6

Swinging Katowice


Da unsere Jungs ja etwas später nach Hause gekommen sind und die (braven) Mädels relativ früh im Bett waren, sind diese zeitig aufgestanden, um Brötchen zu besorgen. War aber nichts, weil: Einkaufszentrum. Gleich neben dem Hostel. Also rein und Brötchen suchen. Komisch, dass es in Klamottenläden keine Brötchen gab, aber dafür ganz viele andere tolle Sachen. Falls ihr euch nun fragt, ob es günstiger war, als in Deutschland: nicht wirklich. Nach gefühlten Stunden (aber so lange war es nicht, keine Sorge), ging die Mädelstruppe also wieder zurück zum Hostel, wo sich nun langsam auch die Herren aus ihren Betten begeben hatten. Statt Frühstück entschieden wir uns direkt für Mittagessen, im Biergarten gegenüber. Nachdem der freundliche, aber etwas überforderte Kellner die Speisekarte fast vollständig übersetzen musste (was er übrigens mit Hilfe seines Smartphones gemacht hat – ein Hoch auf Technik), entschieden wir uns schließlich alle für etwas Leckeres (Pizza, Steak, Salat) und schon war die Laune wieder besser (so wie jedes Mal nach dem Essen). Im Anschluss setzte Lena sich noch eine Weile im Hostel an die Videoaufnahmen, Tho(n)mas an den Ton, John ruhte sich aus und Meret und Christine verteilten Flyer in der Fußgängerzone. Nach kurzer Zeit fielen uns drei anderen Promo-Teams auf, die auch fleißig Flyer verteilten und wir irgendwann mit allen einmal getauscht hatten. Clever wie wir nun mal sind, haben wir unseren Vorteil genutzt, und Schlüsselanhänger plus Flyer verteilt, wodurch die Abnahmerate rasant anstieg. Wirklich verwunderlich, wie bereitwillig manche Polen die Flyer abnahmen.

Nach einer gewissen Zeit trafen wir uns wieder alle im Hostel und packten unser Equipment, um ein bisschen Straßenmusik zu machen. Wir fanden einen sehr schönen Platz direkt um die Ecke und platzierten uns dort. Schon zogen wir einige Blicke auf uns. Als John anfing zu spielen, blieben viele Leute stehen und hörten gespannt zu (super, so wurden wir nämlich noch mehr Flyer los). Viele sprachen uns an, was wir hier machten und wofür das wäre und so konnten wir sie direkt alle nach Hannover einladen. Spitze! Einer der Zuhörer wollte sogar eine gemeinsame Promoaktion starten, allerdings warb er für Donald Trump, also lehnten wir dankend ab.

Anschließend waren wir mit Martyna, einer Dame vom Kulturbüro (Katowices Verwaltung heißt übriges total süß: „City of Gardens“) in einer Bar verabredet und weil wir natürlich mal wieder spät dran waren, nahmen wir all unser Equipment direkt dort mit hin. Mal wieder vom Hunger geplant bestellten wir etwas zu Essen und dann kam auch schon Martyna und hat uns viel von Katowice erzählt und uns mal so eben spontan ein Programm für den nächsten Tag zusammengestellt. Ein Treffen mit dem Professor (und wohl auch Mitbegründer) des Jazz-Departments der Musik-Akademie Katowice, einen Besuch in einem Museum für bildende Künste und eine Einladung zu einer Kunst-Festival-Eröffnung.

Nachdem wir gegessen und gequatscht hatten, sind wir gemeinsam aufgebrochen, da unsere polnische Bekanntschaft noch verabredet war. Sie fragte uns, ob wir sie auf dem Weg begleiten möchten, dann könne sie uns auf dem Weg einen der zahlreichen Jazz-Clubs zeigen, in dem auch oft Jam-Sessions und Live-Musik war. An diesem Abend jedoch gab es dort Swing. Ja, schon auch die Musik, aber hauptsächlich: Tanz. Eine Tanzschule hat dort wohl als Werbung einen gratis Tanzabend angeboten und die Grundschritte erklärt (was wir anhand des Plakats natürlich nicht verstanden haben, aber noch herausfinden sollten). Die Bar war fantastisch, mit etwa drei Räumen, ganz verwinkelt, es gab zwölf verschiedene Sorten Bier, die allesamt aus Zapfhähnen in einem umfunktionierten Klavier flossen.

Im Hauptraum vor der Bar (wir saßen mit all unserem Kram im Nebenraum) wurde die Musik dann zunehmend lauter und wir wurden neugierig, was dort drüben so vor sich ging. Dort standen bestimmt sechs Pärchen in einem Kreis um die Tanzlehrer herum und ließen sich die Grundschritte des Swing erklären. Prompt wurden wir integriert und unser Super-Musiker versuchte sich an den Tanzschritten, was – sagen wir mal – unerwartet schwierig war. Hauptsächlich deswegen, weil Mann und Frau nicht die gleichen, sondern gegenläufig Schritte machen mussten. Der Tanzmove, bei dem man sich abwechselnd auf beide Schenkel klopfen musste, fiel da schon leichter. Nach nur etwa fünf weiteren Erklärungsdurchläufen (plus Einzelerklärung durch die freundliche Tanzlehrerin) hat es dann geklappt.

Nach einiger Zeit war dann auch der Schnupperkurs vorbei und John konnte natürlich nicht anders, als eine kurze Session zu spielen (siehe Live-Video bei Facebook). So swingte der Laden zu Welcome Home und irgendwann waren wir nach diesem langen Tag aber auch alle müde und erschöpft und traten den Heimweg an. Schließlich hatten wir am nächsten Tag ein straffes Programm vor uns.

 

 

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