Unser Mittagstisch zum Thema Inklusion in Kooperation mit Digital Sounds

Beim ersten digitalen Mittagstisch in Kooperation mit Digital Sounds zum Thema Inklusion beleuchteten wir am 9. Februar 2021 zwei spannende Projekte (Inklusion muss laut sein e.V., kloss.solutions) an der Schnittstelle von Musik-, Digital- und Hörwirtschaft, die Inklusion vorantreiben und damit allen Menschen eine barrierefreie Teilhabe ermöglichen.

Digital Sounds ist ein Projekt der Hörregion, der UNESCO City of Music Hannover und hannoverimpuls. Eine besondere Aufmerksamkeit erlangte in den Diskussionen die Frage nach der Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen. 

Die automatische Spracherkennungs- und Übersetzungsapp aus Hannover

Peter Kloß ist in doppelter Hinsicht ein Experte: Der Unternehmensberater für die Entwicklung von eBusiness-Anwendungen ist seit vergangenem Jahr Cochlea-Implantat-Träger und weiß um die Probleme in der Kommunikation bei plötzlicher Gehörlosigkeit. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus hat der Gehrdener eine App für die automatische Übersetzung von Sprachtexten entwickelt. „Während der Entwicklung kamen weitere Wünsche hoch, wie z.B. die Übersetzung in andere Sprachen und Multi-User-Fähigkeit. All das ist mittlerweile implementiert und wird im Familien- und Freundeskreis sowie mit Geschäftspartnern und im Urlaub erfolgreich genutzt“, erklärt Peter Kloß. Entstanden ist eine App, die für mehr als 120 Sprachen eingesetzt werden kann und das gesprochene Wort sehr zuverlässig in Schriftform übersetzt. Unter allen Teilnehmenden stieß die App auf reges Interesse und entfachte viele spannende Diskussionen um mögliche Einsatzgebiete. Vor allem die Einsatzmöglichkeiten bei kulturellen Veranstaltungen wurden diskutiert, denn mit der App entstehen Möglichkeiten, das gesprochene Wort auf Bühnen auf externen Monitoren, Bildschirmen etc. live transkribieren zu lassen und somit gehhörlosen oder hörgeschädigten Menschen die Teilhabe zu ermöglichen. Aber auch die Übersetzungsmöglichkeiten in Echtzeit können Zusammenarbeiten zwischen Menschen ermöglichen, die über keine gemeinsame Sprache verfügen. Die App ist im Android Play Store unter folgendem Link zu finden:

https://play.google.com/store/apps/details?id=solutions.kloss.multiusertranslator&fbclid=IwAR2w4V78FVviqhOZo8rnEuTGs_BzmPI1GdCkXpSqODoloT3y9SMbmBdPqYw


Mehr unter: https://kloss.solutions/translator.html

„Teilhabe ist für jeden etwas anderes!"

Ron Paustian ist der Gründer und Leiter von Inklusion Muss Laut Sein. Ron ist selbst von einer Behinderung betroffen und seit seinem 18ten Lebensjahr an einer schizophrenen Psychose erkrankt. Doch schnell lernte er, dass man trotz einer Behinderung ein sehr erfülltes Leben führen kann, wenn man es mit einem Sinn füllt. Neben vielen sozialen Ehrenämtern beschäftigte ihn immer wieder die Frage, wie er selbst wieder ein Konzert besuchen kann und welche Voraussetzungen hierfür zu erfüllen sind. In den letzten Jahren reifte Paustian zu einem Fachmann in Inklusionsfragen auf Veranstaltungen heran, der sich auch nicht scheut den Finger in die Wunde zu legen. Zudem ist er als Berater unterwegs, hält Vorträge zum Thema Inklusion und erarbeitet Konzepte. Im Rahmen von Inklusion Muss Laut sein setzt er sich zudem für Menschen mit Behinderung ein, berät, weckt Bewusstsein für das Thema und kämpft auch mal lauter, wenn es sein muss. Er ist Ansprechpartner für Veranstaltungen jeglicher Art. Dabei legt er besonderen Wert darauf, nicht schablonenartig Guidelines zu verbreiten, wie inklusive Veranstaltungen zu gestalten seien. Viel mehr sucht er das Gespräch mit direkten Betroffenen, die Interesse an den Veranstaltungen haben, um so auf die Gäste angepasste Lösungen zu finden. Dabei betont er vor allem, dass Inklusion auf Kulturveranstaltungen nicht gleich Rollstuhl-Befahrbarkeit bedeutet, ein weit verbreiteter Irrtum. Andere Behinderungen wie Hörschädigungen, psychische Leiden oder auch Blindheit sind verbreitetere Behinderungen, die im Rahmen von Barrierefreiheit selten beachtet werden. 

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