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Regionale Mode in Hannovers Innenstadt

Ein Laden voll Hannover: Regionale Produkte wie Mode, Accessoires, Interieur, Papeterie, Feinkost und Designobjekte fanden im ehemaligen Hannover 96-Fanshop für sieben Wochen ein zu Hause. Zum dritten Mal durfte der Fashion born in Hannover-PopUp-Store auf einer freien Fläche in Hannover zu Gast sein. Dieses Mal fand das Konzept ein kurzfristiges zu Hause in Hannovers Innenstadt, und zwar im ehemaligen Hannover 96-Fanshop.

Fast 25 Designer*innen und sechs Kreative stellten ihre Produkte im Store aus: Von Shirts aus Baumwollte, Blusen aus Spitze und Hoodies mit Hannover-Prints über T-Shirts in den verschiedensten Varianten und Farben, Hosen und Kaftanen für den kommenden Sommer bis hin zu weichen Mützen und Stirnbändern für die kalte Jahreszeit und zuckersüße Kinderkleidung ist alles dabei. Ergänzt wurde der Store um wunderschöne Schmuckstücke, Upcycling-Lampen, Kissen-Unikate, selbstdesignte Papierprodukte, hochwertige Taschen aus nachhaltigen Materialien und weitere regionale Produkte.

Kooperationen sind das Herz des Stores

Möglich gemacht wurde der Store durch die Betreibergesellschaft des Cafés am Kröpcke, die uns die Fläche für den Store zur Verfügung gestellt haben. Die Ausstattung des Stores – Kleiderstangen und Ablageflächen – waren in diesem Store auch nicht nur unsere eigenen, sondern wurden uns von Hannover 96 geliehen. Tresen, Regalsysteme, Ablageflächen und Kleiderstangen des ehemaligen Fanshops durften so noch ein wenig im Laden verweilen und dabei ein wenig andere Produkte präsentieren. 

Gestaltet und ausgestattet wurde der Store mit Hilfe hannoverscher Designer*innen, Innenarchitekt*innen und Lichttechnikern, die dem Store seine einzigartige Atmosphäre verleihen: So wurden die Gestaltung und der Aufbau von Pascal Walter, maesh und kreHtiv übernommen, die atmosphärische Beleuchtung richteten 21neun und Vater Tontechnik ein und das Vintageinstitut Elfie&Ignaz sorgte mit Sesseln, Sofas und kleinen Tischchen für eine Wohnzimmeratmosphäre im Store, die zum Verweilen und Austausch einlud. Wollte man sich beim Stöbern auch noch etwas informieren, gab es eine Vielzahl an Informationsmaterialien zu den Labels, zum kreHtiv Netzwerk und zu Fashion born in Hannover. 

Weitere spannende Infos haben wir von der Anna-Siemsen-Schule erhalten, die Flyer zu ihren Ausbildungsgängen bereitgestellt hat. So konnten junge, interessierte und werdende Modedesigner*innen und Maßschneider*innen die Möglichkeiten zur Ausbildung direkt im Store finden. 

Besonderes Highlight auf der ersten Etage des Stores war die Informationswand, die über Konzepte der nachhaltigen Mode informierte. In kurzen Beschreibungstexten konnten Interessierte und Besucher*innen mehr über Slow Fashion, Upcycling, Customizing und weitere Konzepte erfahren. Entwickelt wurde die Wand in Kooperation mit dem use-less-Team der Hochschule Hannover. Die an der Wand vorgestellten Ansätze werden auch von den im Store vertretenen Designer*innen umgesetzt, jede*r auf die ganz eigene Art und Weise.

Digitalisierung im Einzelhandel – der Store als Experimentierraum.

Anfang des Jahres fand das Format Digital Business Hannover der Region Hannover statt und informierte die teilnehmenden Einzelhändler*innen mit Kurzimpulsen und Diskussionen über die Möglichkeiten der Digitalisierung des Handels. Auch wir nahmen als erfahrene PopUp-Store-Händler*innen an den Meetings teil und konnten dadurch einige neue Ideen für Tools gewinnen, die wir in diesem Store ausprobieren konnten. 

So hat sich zum einen unser Kassensystem erweitert: Aus einem iPad und einem Kartenlesegerät wurden ein neues iPad mit Zugriff auf mobile Daten, eine dazu passende Halterung, ein Dock für das Kartenlesegerät und ein Belegdrucker. Mit dem bei Zettle hinterlegten Warenwirtschaftssystem konnten so alle Verkaufenden sicher und unkompliziert Zahlungen entgegennehmen. 

Und apropos Sicherheit: Dank der Tech-Agentur inwendo und ihrem Check-In-System konnten sich Besucher*innen und Kund*innen ganz einfach im Store einchecken. Durch Scannen eines QR-Codes konnten personenbezogene Daten zur Kontaktnachverfolgung einfach eingetragen werden.

Zur Bewerbung unseres Stores und eigentlich des gesamten Projektes hat uns VRTX Labs einen Instagram-Filter erstellt. Wenn du ihn mal ausprobieren möchtest, gehe mit deinem Smartphone auf unsere Seite https://www.instagram.com/fashionborninhannover/ und finde den Filter unter den drei Sternchen. 

Unterstützt hat unseren Store zudem auch BLVRD, die ein kleines Video über uns gedreht haben und deren Informationen wir ebenfalls im Store bereitgestellt haben. Mit ihrer App verbinden BLVRD die Vorteile des Onlineshoppings mit dem Erlebnis des lokalen Einkaufens. 

Ein ganz besonderes Highlight, kannst du bald auch in einem 3D-Modell des PopUp-Stores finden. Mit dem Modell können wir den Store als alternatives Nutzungskonzept für Leerstände konservieren und potenziellen Partner*innen Eindrücke davon geben, die nicht nur Fotos sind.

Mehr als nur Verkauf: Veranstaltungen im PopUp-Store

Als alternatives Konzept für Leerstände und vielleicht sogar für eine Innenstadt der Zukunft haben wir neben dem Verkauf von regionaler Mode und anderen Produkten auch einige Veranstaltungen angeboten, die den Store ergänzt haben. 

Begonnen hat alles mit einer Pressekonferenz und Eröffnungsfeier am 04.06.2021. Um 11:00 Uhr kamen einige Pressevertreter*innen und konnten durch ein Gespräch zwischen Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, Iyabo Kaczamrek, Geschäftsführerin der UNTER EINEM DACH gUG und Astrid Nienaber, Projektmanagerin für Fashion born in Hannover beim kreHtiv Netzwerk die Hintergründe des Projektes erfahren. Im Anschluss daran startete direkt der Verkauf im neuen Store, bevor es nach Ladenschluss eine Begehung und kleine Eröffnungsfeier im Rahmen der teilnehmen Designer*innen, Partner*innen und Multiplikator*innen gab. 

Am 16. Juni hielt Philipp Bree (PB 0110) einen Vortrag zum Thema „Beloved Objects“, der zunächst zeigte, wie sehr die Modebranche die Umwelt belastet und wie viele unnötige Gegenstände man in einem Haushalt ansammeln kann. Dabei hat man durchaus einige „geliebte Objekte“, die man auch aus einem Feuer retten würde – würde man sein Kaufverhalten nach diesem Prinzip ausrichten, würde der Verschwendung wohl etwas entgegengewirkt werden. 

 Am 17. Juni fand der zweite Designer*innen-Stammtisch in diesem Jahr statt. Auf der Terrasse des PopUp-Stores trafen sich zwölf Designer*innen und Interessierte zum Austausch bei Getränken und Knoblauchbrot von Jim Block.  

„Upcycling – aus alt mach neu“ hieß es am 19. Juni im PopUp-Store. Alexandra Weber (ALEXTRAVAGANT) und Chantal Wegner (ChaWe-Naturmode) gaben in ihrem Workshop eine Einführung in das Thema Upcycling. Sie zeigten und erklärten das Arbeiten mit Textilfarben oder die Knotentechnik. 

Wie kommt eigentlich das Motiv auf das T-Shirt? Am 24. Juni konnten Interessierte ohne Anmeldung live beim Bedrucken eines T-Shirts zusehen. Siebdruck-Experte Robert Wiegmann (Roderbruch) erklärte die Technik und beantwortete die Fragen der Zuschauenden, die auch selbst mal ans Sieb durften. Das selbst- oder vom Profi gedruckte T-Shirt mit Wunschmotiv konnte dann im Store erworben werden. 

Nach sieben Wochen ist der Store nun vorbei und hat neue Erfahrungen, tolle Kooperationen und spannende Kontakt mit sich gebracht. Wir bedanken uns bei der Region Hannover für das Ermöglichen des Stores und bei unseren Kooperationspartner*innen von UNTER EINEM DACH, die uns stets tatkräftig unterstützen. Außerdem danken wir all unseren Partner*innen und allen Designer*innen, die am Store teilgenommen haben. 

Wir freuen uns auf‘s nächste Mal!

Fotos: Isabel Winarsch & Philipp Linss

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