kreHtiv durch 2021!

Das Jahr 2021 begann sehr ruhig für uns alle, Veranstaltungen waren weiterhin nicht erlaubt, der Einzelhandel war geschlossen und die Zeichen standen noch für einige Wochen auf Homeoffice. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, das Jahr ordentlich vollzuplanen, neue Projekte anzustoßen, laufende weiterzuentwickeln und mit unseren Aktionen die Branche hier in der Region weiter nach vorne zu bringen. Schließlich war dieses Jahr ja auch unser 10-jähriges Jubiläum und wir waren uns sicher, dass dies eine große Party verdient! Wir nehmen uns hier die Zeit, noch einmal zurückzublicken, auf ein Jahr voller neuer Ideen, aber auch oftmals Unsicherheit.

FASHION BORN IN HANNOVER

In unserem von der Region Hannover geförderten Kooperationsprojekt mit UNTER EINEM DACH legen wir den Schwerpunkt auf die Modebranche Hannovers und haben 2021 tolle Aktionen umsetzen können! Bei Stammtischen konnte sich die Modebranche Hannovers untereinander vernetzen und die Arbeitsplätze der Branchenkolleg*innen kennenlernen. In unseren Talks und Expert*innenrunden wurden relevante Themen der Szene besprochen: Nachhaltigkeit, Produktion und Social Media Marketing wurden den Designer*innen von regionalen und überregionalen Expert*innen nähergebracht. Zu Beginn des Jahres haben wir die Modedesigner*innen in unserem Netzwerk bei der Vernetzung mit regionalen Gastronom*innen unterstützt und so die Show-Fenster ins Leben gerufen. Mehrere Wochen haben unsere Labels die Schaufenster der zu dem Zeitpunkt geschlossenen Gastronomie bespielt und damit ein wenig Leben in die viel zu dunklen Fenster unserer Lieblingsrestaurants gebracht. Das Highlight kam auch diese Jahr mit unseren PopUp-Store: Durch sie haben wir einen Zugang zu regionaler Mode für alle geschaffen. Im Sommer durften wir mit 30 Label für sieben Wochen den ehemaligen Hannover 96-Fanshop im Café am Kröpcke bespielen und in der Vorweihnachtszeit haben wir sechs Wochen eine Freifläche in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade mit mehr als 40 Labels in einen Laden voll Hannover verwandelt. Für unser PopUp-Store Konzept wurden wir in diesem Jahr sogar vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium ausgezeichnet.

Design meets...

Das neu gestartete Projekt mit dem Arbeitstitel „Design meets…“ ist unser Projekt für die Designbranche in Hannover. Gemeinsam mit dem Beirat, der aus Expert*innen aus der Design- und anderen Kreativbranchen besteht, entwickeln wir eine Veranstalltung, die auf die Bedürfnisse von Designer*innen abgestimmt ist. In mehreren Treffen haben wir uns gemeinsam Gedanken über Ziele, Zielgruppen, Formate und Themen gemacht und setzen die Veranstaltung im kommenden Jahr um. 

DAS KREHTIV LABOR

Im Kreativlabor realisieren wir Projekte, in denen wir Kreativschaffende zusammenbringen, die gemeinsam gesellschaftsrelevante Themen diskutieren und bearbeiten und ihre Ergebnisse auf kreativ-künstlerische Art und Weise darstellen. Dazu zählten in diesem Jahr das interdisziplinäre Filmprojekt und das Ausstellungsprojekt.

LINE UP!

Gemeinsam mit der UNSECO City of Music Hannover und dem MusikZentrum Hannover starteten wir im September 2020 das interdisziplinäre Filmprojekt. Ein Team aus sechs Kreativschaffenden aus den Bereichen Film und Fotografie, Musik und PR- und Öffentlichkeitsarbeit bekam die Aufgabe, gemeinsam einen Kurzfilm zum Thema Gender Equality und Women* Empowerment in der Musikbranche Hannover zu entwickeln und umzusetzen. Zehn Monate arbeitete das interdisziplinäre Team gemeinsam am Konzept und an der Umsetzung des Films. Entstanden ist der 7-minütige Kurzfilm Line Up!, der das Problem der mangelnden Repräsentanz von Frauen in Festival Line Ups thematisiert. Der Film zeigt mehr als 90 Akteurinnen aus Hannovers Musikszene und präsentiert Hannover als UNESCO City of Music mit seinen markanten Orten. Die Musik, die im Film zu hören ist, wurde von Kassandra Siebel extra für dieses Projekt komponiert. Im MusikZentrum Hannover wurde die Komposition von mehr als 30 Musiker*innen einzeln aufgenommen. Am 6. Juli feierte der Line Up! im Kino im Künstlerhaus Hannover Premiere und ist auf dem Facebook- und YouTube Kanal des kreHtiv Netzwerk zu sehen.

BYE BYE BINARY!

Anschließend an die Erfahrungen, die wir im interdisziplinären Filmprojekt sammeln konnten, haben wir uns gefragt, wie die Themen Gender und Gleichberechtigung auch auf andere künstlerisch-kreative Art vermittelt werden kann. Gemeinsam mit der Kuratorin und Performancekünstlerin Ilka Theurich gingen wir dieser Frage in einem Ausstellungsprojekt nach. Zur Konzeption der Ausstellung wurde ein zwölfköpfiger interdisziplinärer Beirat gegründet. In insgesamt vier Beiratssitzungen wurde gemeinsam über verschiedene Themen gesprochen und diskutiert, angefangen von der Erstellung eines Awareness Konzepts bis hin zur Auswahl der Künstler*innen. Als Ergebnis entstanden zwei vierwöchige Ausstellungen in zwei Veranstaltungslocations in Hannover. In den Ausstellungen näherten sich die Beteiligten durch ihre Kunstwerke, durch Performances oder in Lesungen Fragen rund um das Themenfeld Geschlechtsidentitäten und stellten das Thema Gender mit seinen verschiedenen Facetten und auf individuelle Weise dar.

DIGITAL SOUNDS

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Digital Sounds, einem Projekt der Landeshauptstadt Hannover als UNESCO City of Music, der Region Hannover mit der Hörregion sowie hannoverimpuls, fanden auch in diesem Jahr verschiedene Veranstaltungen statt, bei denen sich Branchenakteur*innen und Expert*innen den Bereichen Sounddesign, Klanghören, Musikwirtschaft, Medizinbranche und Digitalwirtschaft auf unterschiedliche Weise näherten und darüber diskutierten.

Bei drei Mittagstischen gaben Expert*innen in spannenden Impulsvorträgen Einblicke in ihre Arbeit. Unsere Gäste sprachen u.a. über die Themen Inklusion (Peter Kloß), die Erfahrungen des Modellprojekts BACK TO DANCE (u.a. Johannes Teller, Lucas Knoflach und Nils Meyer), und über das Förderprogramm LINK der Stiftung Niedersachsen (Dr. Tabea Golgath).

Im September und November luden wir mit dem Digital Sounds Netzwerktreffen und dem Digital Sounds Showcase Interessierte und Branchenakteur*innen zu zwei spannenden Abendveranstaltungen ein. Beim Netzwerktreffen mit Live-Musik von der Sängerin und Cellistin Rabea gaben Expert*innen aus Hör-, Digital- und Musikwirtschaft in inspirierenden Gesprächsrunden Einblicke in ihre Projekte. Beim Digital Sounds Showcase stellten sechs Musiker*innen ihre Arbeit in Live-Performances vor und veranschaulichten hier und im anschließenden Interview die Schnittstellen zwischen Digital- und Musikwirtschaft. In allen drei Formaten wurde dem Publikum die Möglichkeit geboten, sich mit Fragen direkt an unsere Expert*innen zu wenden und sich beim entspannten Get Together zu vernetzen.

PLATZ DES ZUSAMMENSITZENS

Von Februar bis Mai veranstalteten wir dieses Jahr gemeinsam mit dem Cameo Kollektiv im Rahmen des Platz des Zusammensitzen vier Online-Stammtische, bei denen wir Menschen und Organisationen aus den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen zusammenbrachten. In offener Runde wurde über die Umsetzung von Projekten während der Corona-Pandemie gesprochen, über aktuelle Herausforderungen und Learnings aus der Vergangenheit. Thematisiert wurden die Erfahrungen der Organisationen während der Corona-Pandemie (1), es wurden gemeinsam die Möglichkeiten, Grenzen und die Vielfalt digitaler Veranstaltungsräume erkundet (2), über hybride Veranstaltungsformate diskutiert (3) und mögliche Konzepte zur Umsetzung inklusiver Events entwickelt (4). Die Zusammenkünfte boten eine Plattform für Inspiration, zum Austausch und zum gemeinsamen Lernen.

JAHRESKONFERENZ KULTUR- UND KREATIVWIRTSCHAFT

In der Jahreskonferenz Kultur- und Kreativwirtschaft im Mai dieses Jahres, die wir gemeinsam mit dem Bundesverband Kreative Deutschland organisiert haben, widmeten wir uns dem Thema der Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft in und nach der Corona-Krise. Wie sieht die reale Situation der Kultur- und Kreativschaffenden aus? Welche Pläne gibt es für die Branche in der Politik, welchen Stellenwert soll sie einnehmen? Und welche Probleme innerhalb der Branche, die aktuell sichtbarer werden denn je, müssen jetzt durch kreative Lösungen angegangen werden? Mit spannenden Panel-Gäst*innen haben wir in drei Talkrunden über diese Fragen diskutiert. Gestreamt wurde an dem Tag aus dem Kulturzentrum Faust e.V.

In unserem Kooperationsprojekt mit der Stadtteilkultur des Fachbereichs Kulturelle Kinder- und Jugendbildung der Landeshauptstadt Hannover haben wir in diesem Jahr unsere Informationsplattform creative-native.info gelauncht. Auf dieser Seite finden interessierte Jugendliche und junge Erwachsene eine Vielzahl an Ausbildungswegen und Studiengängen, die in die unterschiedlichsten kreativen Berufe führen. Ausgehend von ihren Fähigkeiten und Interessen finden sie hier genau die Berufe, die sie in die Kultur- und Kreativwirtschaft einsteigen lassen.

Um die Jugendlichen auch zielgruppengerecht zu erreichen, haben wir mit dem zugehörigen Instagram-Kanal einen ersten Kommunikationsaufschlag gemacht und stellen dort nicht nur einzelne Berufe mit den Hard Facts vor, sondern haben auch Expert*innen interviewt, die in diesen Berufen arbeiten. Unsere Arbeit an dem Projekt wurde dieses Jahr abgeschlossen, es wird allerdings weiterentwickelt und ihr werdet bestimmt bald wieder etwas von der Plattform hören.

FONDS FÜR DIGITALES

Auch 2021 wurden wir wieder von der Region Hannover mit der Betreuung des Fonds für Digitales beauftragt. In diesem Jahr wurde die Förderrichtlinie etwas angepasst, sodass es nun drei Modelle gab, die mit unterschiedlichen Summen ausgestattet waren. Während es im Fundamental-Modell vor allem um Hardware-Anschaffungen und Basics der Digitalisierung ging, konnten im Strategisch-Modell schon größere Digitalisierungsprojekte durchgeführt werden. Wirklich innovative Vorhaben wurden im dritten Modell mit bis zu 20.000€ gefördert. Wir sind froh, auch in diesem Jahr wieder so viele tolle Vereine und Social Startups unterstützt zu haben.

ZWAEM

Unser Musikcommunity-Projekt ZWÆM hat den Anspruch eine genreübegreifende, offene Community für Musikschaffende aus der Region Hannover zu sein, in der Wissen ausgetauscht, Vernetzung ermöglicht und neue gemeinsame Projekt entwickelt werden können. Aufgrund der pandemischen Lage, haben wir dafür insbesondere in der ersten Jahreshälfte viele unserer geplanten Veranstaltungen ins Digitale verlegt. So wurden einige Workshops zur Professionalisierung von Musikschaffenden durchgeführt, die sehr gut angenommen wurden. Außerdem haben wir gemeinsam mit einigen Partner*innen die Reihe Musik.Video.Kunst.Spotlight hier in Hannover organisiert, in dem Musikvideoproduzierende mit Musiker*innen zusammengebracht werden, um einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und sie miteinander in Kontakt zu bringen. Auch das Thema „sicherer“ Veranstaltungen hat uns natürlich ganz besonders beschäftigt. Daher waren auch wir Teil des wissenschaftlichen Experiments Back to Dance, das herausfinden sollte, welche Arten der (Party)-Veranstaltungen auch unter Corona-Bedingungen sicher durchgeführt werden konnte. Aufgrund fehlender physischer Kontakmöglichkeiten haben wir uns außerdem entschlossen, die weite Welt der Musikwirtschaft in der Region Hannover digital abzubilden. Auf der Seite Musikcommunity-hannover.de finden Musikschaffende und Interessierte alle wichtigen Infos und Ansprechpersonen rund um die Musikszene Hannovers.

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