Musik

Digital Sounds: Fachtagung für auditives Gestalten und Erleben in Hannover

Sound goes digital! Hannovers Kreativszene deckt ein enormes Spektrum ab: Von Fashion über App-Entwicklung bis zu Musik- und Filmproduktion ist hier alles in herausragender Qualität vertreten. Cross Innovation und branchenübergreifende Trends wie die Digitalisierung führen zudem zu Synergien und Vernetzung der verschiedenen Kreativbereiche. In diesem Rahmen wurde die Fachtagung Digital Sounds für auditives Gestalten und Erleben in Hannover ins Leben gerufen.

Digital Sounds vernetzt Sound Design, Klanghören, Musikwirtschaft und Digitalwirtschaft. Damit wird Themen rund um diese Kernaspekte eine Plattform geschaffen, um aufstrebenden Fachbereichen wie Tontechnik und Musikelektronik, Software / Apps, Computerspiele und Virtual Reality (3D-Listening) bis hin zu akustischer Markenführung und Sound Branding proaktiv Aufschwung zu verschaffen. Auch das Klanghören, welches im Schwerpunkt Hörakustik und Hörgesundheit mit digital unterstützter akustischer Wahrnehmung umfasst, wird durch diese Initiative in den Mittelpunkt gerückt.

Ziel der Veranstaltung ist, die Bereiche Sound Design, Klanghören, Musikwirtschaft, Medizinbranche und Digitalwirtschaft zu vernetzen, den aktuellen Forschungsstand vorzustellen und neue Trends und Entwicklungen aufzuzeigen. Dazu werden jährlich renommierte Speaker und Vertreter von Unternehmen und Institutionen eingeladen, die die Trends der Digital Sounds aufzeigen und konkrete Praxisbeispiele vorstellen.

Rückblick: Fachkonferenz & Konzert 2016

Am 20. Oktober 2016 fand die Fachtagung Digital Sounds zum ersten Mal statt. In der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses in Hannover wurden viele spannende Fragen zum Thema „Musikwirtschaft trifft Digitalisierung“ diskutiert: Wie hörbar sind Unterschiede zwischen digitalen und analogen Klängen? Welche Bedeutung hat die elektronische Musikproduktion für die Kreativwirtschaft? Wie natürlich müssen digitale Sounds klingen? Und wohin entwickelt sich digitales Sound Design zum Beispiel in Computerspielen?

Und ebenso spannend waren die Gäste:

Produzent und Musiker Mousse T. sprach über Sound Design und Branding. Dr. Andreas Sennheiser, CEO der Sennheiser electronic GmbH & Co. KG, gab einen Einblick in die Entwicklung der 3D-Audiotechnologie. Dr. Martin Kinkel, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung von KIND Hörgeräte, hielt einen Vortrag über die Frage, wie natürlich Klang bei digitalen Hörsystemen sein muss oder kann. Welche Rolle virtuelle Klangbibliotheken in der Musikproduktion spielen, verriet Prof. Dr. Reinhard Kopiez vom Musikwissenschaftlichen Institut der  Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Prof. Dr. Alfred Effenberg vom Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität erläuterte, wie durch Bewegung erzeugte Töne die Motorik verbessern können. Und Prof. Dr. Waldo Nogueira Vazquez vom Deutschen HörZentrum der Medizinischen Hochschule Hannover berichtete über seine Forschung, das Musikhören für Menschen, die ein Cochlea Implantat tragen, zu verbessern.

Gemeinschaftsprojekt Digital Sounds

Initiiert wurde die Tagung gemeinsam von der Landeshauptstadt Hannover mit der UNESCO City of Music, der Region Hannover mit der Hörregion und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls. Aus der japanischen UNESCO City of Music Hamamatsu nahm Bürgermeister Yasutomo Suzuki die Gelegenheit wahr, sich einen Eindruck von der hannoverschen Sound- und Klangszene zu verschaffen. Ebenfalls aus Hamamatsu war Toshi Kunimoto von der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Yamaha angereist, um über die Entwicklung digitaler Signalprozessoren zu sprechen.

Abschluss mit Konzert

In Panels wurden neue Trends vorgesellt und Schnittstellen zwischen digitaler Musik und Klangkunst präsentiert. Den Abschluss bildete am Abend ein Konzert und Gespräch mit Uwe Schmidt in der Kestnergesellschaft. Unter dem Künstlernamen Atom™ prägt er seit rund 25 Jahren die elektronische Musikszene. Mittlerweile in Chile lebend, veröffentlichte er Musik unter rund 60 Pseudonymen auf renommierten Plattenlabeln.

Kooperationspartnerinnen und -partner waren die CeBIT, die Hannoversche Allgemeine Zeitung, die Kestnergesellschaft und der Literarische Salon.

2017 ging Digital Sounds im Rahmen der CeBIT in die zweite Runde

Am 23. März 2017 konnten Besucher der CeBIT in spannenden Workshops unter Anleitung von Pit Noack (Projektleitung Basis Zwei) erste praktische Erfahrungen mit Sonic Pi, einer leicht erlernbaren Programmiersprache speziell für Musik, sammeln. Ebenfalls auf der CeBIT gab es zudem eine Diskussionsrunde unter anderem mit Mousse T. (Peppermint Jam, Gründer) zur Digitalisierung in der Musikindustrie.

Einen gebührend musikalischen Abschluss fand das diesjährige Digital Sounds am 24. März im Sprengel Museum Hannover, wo Digital Sounds unter dem Titel „Klassik trifft Electronica“ zwei besondere Auftritte präsentierte:

Zunächst wurde eine Uraufführung des belarussischen Komponisten Damian Marhulets dargeboten, der das Publikum mit der virtuosen Verbindung aus Computerklängen und natürlichen Instrumenten seiner Komposition „Ecartelé“ in eine andere Welt entführte. Zu hören waren moderne elektronische Klänge, in Einklang gebracht mit natürlichen Tönen, die das polnische Szymanowski Streichquartett sowie das speziell präparierte Klavier der ukrainischen Pianistin Marina Baranova harmonisch ergänzten. Danach folgte die audiovisuelle Performance „Stellar /Electronic“, die die Zuschauer gleich über mehrere Sinne erfasste. Im Anschluss lud Calamari Moon, der Club in der Cumberlandschen Galerie im Schauspielhaus, alle Gäste des Konzerts zu einem analogen Ausklang mit DJ Oliver Korthals (Mojo Club) ein.

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